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Ötztaler Dialekt

 

Ötztaler Mundart „ollepött“ sehr musikalisch 
Bevorzugte Ausdrucksform von TyRoll ist UNESCO-Kulturerbe

Wenn die alpenländisch-modernen Klänge von TyRoll einsetzen, steht vielen Zuhörern zunächst der Mund offen. Singen die wirklich Deutsch? Naja, fast: Seine selbst geschriebenen Songs intoniert TyRoll-Mastermind und Sänger Marlon Prantl größtenteils im Ötztaler Dialekt. Aus Wertschätzung für die eigene Mundart und zum stimmigen Beweis ihrer Lebendigkeit.

Weil das Tiroler Ötztal lange Zeit so schön abgelegen und verkehrsmäßig schlecht erreichbar war, hat sich hier eine der ältesten Sprachformen des Südbairischen erhalten. An die 900 Jahre liegen die Wurzeln des mündlichen Gebrauchs hier zurück, heute pflegen etwa 8.000 bis 15.000 Sprecher in den Ötztaler Gemeinden Umhausen, Längenfeld, Sölden, Oetz und teilweise in Sautens und Haiming aktiv diese einzigartige Mundart. Der Ötztaler Dialekt wird dabei von einer Generation an die nächste weitergegeben und ist nicht nur innerhalb der Familie zu hören, sondern auch am Arbeitsplatz, in Schulen und bei offiziellen Anlässen. Dass die Mundart seit 2011 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO zählt, ist u.a. dem engagierten Ötztaler Volkskundler und Autor Dr. Hans Haid zu verdanken.

So klingt Tal-Identität

Begründet wurde die Auflistung als Kulturerbe mit folgenden Worten: „Der Ötztaler Dialekt stellt das stärkste und am meisten prägende Element der lokalen Identität der Bevölkerung des Ötztales dar. Mehr noch als Tracht oder Volksmusik fungiert der Dialekt als primäres Identifikationssymbol der Ötztalerinnen und Ötztaler.“ Allerorten gewinnen also im Zeitalter der Globalisierung regionale Traditionen und Sprachen wieder an Bedeutung. Dabei unterliegt der Dialekt im Laufe der Zeit durchaus einem ständigen Wandel. Schließlich geht es ja nicht darum, den Status quo zu erhalten, sondern den kommunikativen Bedürfnissen einer Gemeinschaft zu entsprechen. Dialekt und Lebenswelt der Sprecher beeinflussen sich gegenseitig, immer wieder scheiden Wörter aus der aktiven Verwendung aus, während neue ins Repertoire hinzukommen.

TyRoll auf Ötztalerisch

Dass die Ötztaler Mundart auch gesungen gut klingt, beweisen Marlon Prantl @ TyRoll auf vielfältige Weise. Eingebettet in zeitgemäße Interpretationen alpenländischer Volksmusik erschaffen die Texte „ollepött“, also oft, eine ganz besondere Atmosphäre. Rockige, poppige, eingängige sowie kantige Melodien und Jodler transportieren den Tonfall der Jahrhunderte und zugleich frische Gegenwart. Der Ötztaler Dialekt wird in diesem Band-Projekt getragen von kreativ-experimentellem Sound, tiefsinnige Texte erzählen Geschichten und bieten amüsante Unterhaltung. Marlon Prantl fällt die Verbindung von Tradition und Moderne auf „eigensinnige“ Art leicht: Tracht, Volksmusik, Dialekt – all das hat eben seinen Platz auch im 21. Jahrhundert.

Deutsch (Ötztaler Mundart @ TyRoll – download                           english (dialect – download)